Joseph Beuys

Beuys boxt für Direkte Demokratie

, 1972
  • Material
    Plakat, Offset auf Zeitungspapier
  • Herstellungsmethode
    Von Joseph Beuys vorderseitig signiert
  • Auflage
    100
  • Maße
    121,5 x 63,5 cm
    vorderseitig von Joseph Beuys signiert
  • Details zum Rahmen
    Großer, edler handgefertigter Holzrahmen, inkl. 10mm Distanzleiste, Außenmaße: 69,6 x 128 cm, inkl. rückseitiger Aluschiene zum einfachen Aufhängen
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Aktionskünstler, Bildhauer, Sozialphilosoph und Exzentriker: Joseph Beuys gilt weltweit als einer der bedeutendsten Künstler des 20. Jahrhunderts überhaupt. Getreu seiner Maxime „Jeder Mensch ist ein Künstler" machte er auch sich selbst zum Kunstwerk: Sein Auftreten mit Hut, Sportweste und enormem Charisma bleibt einzigartig. In legendären Aktionen trug er, den Kopf mit Blattgold und Honig beschmiert, 1965 einen toten Hasen durch eine Ausstellung und führte damit vor, „wie man dem toten Hasen die Kunst erklärt", oder baute für die documenta 6 im Jahr 1977 seine „Honigpumpe am Arbeitsplatz", eine riesige, über mehrere Stockwerke verteilte Anlage, die insgesamt drei Zentner "Honig der marke Langnese" durch ein Schlauchsystem transportierte. Beuys’ Aktionen bestanden aus vielfach verstörenden Handlungen und Gesten, die unsere verkrusteten Denkmuster sprengen: verstiegen, aber nie verrückt – einfach, aber nie banal – genial.
Joseph Beuys war als Künstler ein politischer Aktivist. 1971 gründete er gemeinsam mit seinen Künstlerkollegen Johannes Stüttgen und Karl Fastabend in Düsseldorf die „Organisation für direkte Demokratie durch Volksabstimmung“. 1972, auf der legendären documenta 5 in Kassel, ging er für seine politischen Ziele sogar in den Boxring. Der 19-jährige Kasseler Kunststudent Abraham David Christian forderte Beuys offiziell heraus, um gegen dessen entgrenzte Kunstauffassung zu rebellieren. Beuys gewann den Boxkampf in drei Runden mit leichtem Vorsprung ‒ und Christian wurde sein Schüler an der Kunstakademie Düsseldorf. Das handgefertigte Plakat „Beuys boxt für Direkte Demokratie durch Volksabstimmung“ aus ebenjenem Jahr ist ein Zeugnis dieser Kunstaktion, die mit vollem Ernst und echten blauen Flecken und Beulen den Kunstbegriff der damaligen Zeit auf den Prüfstand stellte.

Ausstellungen (Auswahl)

2016, Joseph Beuys. Werklinien, Museum Kurhaus Kleve, Kleve
2013-2014, Joseph Beuys, Zeichnungen, Galerie Bastian, Berlin
2013, Video Vintage 1963 - 1983, Beirut Art Center, Beirut
2012, Joseph Beuys, Appeal for an Alternative, Museum of Modern Art - MOMA, Moskau
2011, Parallelprozesse, K20 / Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf
2010, Joseph Beuys, Gagosian Galerie, New York
2008, Kult des Künstlers: Beuys, die Revolution sind wir, Hamburger Bahnhof, Museum für Gegenwart, Staatliche Museen zu Berlin
2005, Retrospektive, Tate Modern, London
1979, Retrospektive im Solomon R. Guggenheim Museum, New York
1976, Installation "Strassenbahnhaltestelle/Tramstop/Fermata del Tram 1961–1976 – A monument to the future", 37. Biennale, Venedig
1972, "Büro der Organisation für direkte Demokratie durch Volksabstimmung", documenta 5, Kassel
1971, Joseph Beuys – Aktionen, Zeichnungen und Objekte 1937-1970, Moderna Museet, Stockholm
1968, Teilnahme an der documenta IV in Kassel
1967, Einzelausstellung Städtisches Museum Mönchengladbach. Der Sammler Karl Ströher erwirbt nahezu alle Arbeiten, die in der Ausstellung gezeigt wurden.
1965, Erste Einzelausstellung, Galerie Schmela, Düsseldorf
1964, Teilnahme an der documenta III in Kassel
1963, Joseph Beuys – Fluxus, Haus van der Grinten, Kranenburg

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