Joseph Beuys

Hirsch mit Urschlitten

, 1985
  • Material
    Siebdruck auf Karton
  • Herstellungsmethode
    Vom Künstler vorne signiert und nummeriert.
  • Auflage
    180
  • Maße
    89,7 x 62,7 cm
  • Details zum Rahmen
    Großer, edler handgefertigter Ahornrahmen, dunkelbraun gewachst, Außenmaße: 73 cm x 100,2 cm, Leistenbreite: 2 cm, Leistentiefe: 3 cm, inkl. rückseitiger Aluschiene zum einfachen Aufhängen
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Über den Künstler

Aktionskünstler, Bildhauer, Sozialphilosoph und Exzentriker: Joseph Beuys gilt weltweit als einer der bedeutendsten Künstler des 20. Jahrhunderts überhaupt. Getreu seiner Maxime „Jeder Mensch ist ein Künstler" machte er auch sich selbst zum Kunstwerk: Sein Auftreten mit Hut, Sportweste und enormem Charisma bleibt einzigartig. In legendären Aktionen trug er, den Kopf mit Blattgold und Honig beschmiert, 1965 einen toten Hasen durch eine Ausstellung und führte damit vor, „wie man dem toten Hasen die Kunst erklärt", oder baute für die documenta 6 im Jahr 1977 seine „Honigpumpe am Arbeitsplatz", eine riesige, über mehrere Stockwerke verteilte Anlage, die insgesamt drei Zentner "Honig der Marke Langnese" durch ein Schlauchsystem transportierte. Beuys’ Aktionen bestanden aus vielfach verstörenden Handlungen und Gesten, die unsere verkrusteten Denkmuster sprengen: verstiegen, aber nie verrückt – einfach, aber nie banal – genial.

Über die Edition

„Hirsch auf Urschlitten“ – der 1985 entstandene Siebdruck von Beuys vereint mit dem Hirsch und dem Schlitten elementare Symbole, die im Werk der 1986 verstorbenen Künstlerlegende immer wieder auftauchen. Beginnen wir mit dem Hirsch. Das Tier ist neben dem Hasen ein Lieblingsmotiv des Rheinländers, taucht mal als Begleiter der Götter auf, mal als Christussymbol, als solches häufig erkennbar an dem charakteristischen Kreuz zwischen dem Geweih. Angelehnt an die Beuys stark prägende Lehre des Anthroposophen Rudolf Steiner, war der Hirsch für den Künstler aber noch mehr: Einerseits verkörpert er das Leiden durch den Verlust des Spirituellen und die Bedrohung des Seelischen in der heutigen materialistischen Welt, andererseits aber auch die Gesundung, mit der verbunden das Tier für Beuys zur Erlöserfigur wird. Den Schlitten, auf dem der Hirsch hier liegt, verstand Beuys als Transportmittel, das die Menschen länger als jedes andere durch die Zeiten begleitet hat. Wichtig war ihm, dass das Gefährt nie den Kontakt zum Boden verliert – sowohl der Schlitten als auch das, was er bewegt, bleibt geerdet. „Ur“ wiederum bedeutet in Beuys' Mythologie nicht unbedingt etwas Altes, sondern steht vielmehr für einen Archetyp, also einen Inbegriff menschlicher Vorstellungen. Und auch der tiefe, rötliche Braunton ist ganz typisch für viele seiner Arbeiten. Er selbst sprach dabei von „Braunkreuzfarbe“, mochte ihren dickflüssigen, plastischen Charakter, der an Blut und Erde erinnert. „Hirsch auf Urschlitten“ ist also Liebesbeweis an die Tiere und Bildmetapher für die Naturverbundenheit des Menschen zugleich – und gibt einen tiefen Einblick in die Beuys’sche Kosmologie.

Ausstellungen (Auswahl)

2013-2014, Joseph Beuys, Zeichnungen, Galerie Bastian, Berlin
2013, Video Vintage 1963 - 1983, Beirut Art Center, Beirut
2012, Joseph Beuys, Appeal for an Alternative, Museum of Modern Art, MMOMA, Moskau
2011, Parallelprozesse, K20 / Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf
2010, Joseph Beuys, Gagosian Galerie, New York
2008, Kult des Künstlers: Beuys, die Revolution sind wir, Hamburger Bahnhof, Berlin
2005, Retrospektive, Tate Modern, London
1979, Retrospektive im Solomon R. Guggenheim Museum, New York
1976, Installation "Strassenbahnhaltestelle/Tramstop/Fermata del Tram 1961–1976 – A monument to the future", 37. Biennale, Venedig
1972, "Büro der Organisation für direkte Demokratie durch Volksabstimmung", documenta 5, Kassel
1971, Joseph Beuys – Aktionen, Zeichnungen und Objekte 1937-1970, Moderna Museet, Stockholm
1968, Teilnahme an der documenta IV in Kassel
1967, Einzelausstellung Städtisches Museum Mönchengladbach. Der Sammler Karl Ströher erwirbt nahezu alle Arbeiten, die in der Ausstellung gezeigt wurden.
1965, Erste Einzelausstellung, Galerie Schmela, Düsseldorf
1964, Teilnahme an der documenta III in Kassel
1963, Joseph Beuys – Fluxus, Haus van der Grinten, Kranenburg

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